Neuer Vorstand steht für mehr Transparenz und Offenheit

Neuer Vorstand steht für mehr Transparenz und Offenheit
Frischer Wind bei der SCHUFA
Neuer Vorstand steht für mehr Transparenz und Offenheit

Neue Unternehmensführung, neue Produkte und neue Kommunikation. Die SCHUFA befindet sich nach der Zeit von Rainer Neumann im Wandel.

„Datenkrake“ ist einer der vielen, wenig charmanten Spitznamen, mit denen die SCHUFA in der Vergangenheit regelmäßig belegt wurde. Denn wer Datensätze im dreistelligen Millionenbereich hortet, ruft Skeptiker auf den Plan, die Datenschutz und Privatsphäre gefährdet sehen. Vor allem wenn – wie bei der SCHUFA lange Zeit üblich – Geschäftsprozesse und Berechnungsgrundlagen nicht transparent gemacht werden.

Aber die Liste der Kritikpunkte ging noch weiter: Inkorrekte SCHUFA-Einträge, Schlampereien bei Kerndaten und zweifelhafte Bewertungs­kriterien sorgten für anhaltend schlechte Presse. Entsprechend war das Image der SCHUFA bei den meisten Deutschen: eine „Big Brother“-artige Institution, die zu viel über die Bürger wusste und auf der Seite der Banken und Unternehmen stand. Ablehnung und Misstrauen waren garantiert.

Neue Führungsspitze setzt Akzente

Vorstandsvorsitzender Dr. Michael FreytagDoch mittlerweile hat die SCHUFA eine klare Trendwende eingeleitet: In Punkto Datenschutz, Transparenz und Offenheit geht die Auskunftei heute mit gutem Beispiel voran. Verantwortlich für den frischen Wind, der in Wiesbaden weht, so die Wahrnehmung in Branchenkreisen, ist in erster Linie der zum großen Teil neu ­besetzte Vorstand: Bereits letzten November wurde der ehemalige Hamburger Finanzsenator Dr. Michael Freytag als Nachfolger von Rainer Neumann zum Vorstands­vorsitzenden ernannt.

Verstärkung erhält er in wenigen Wochen von Peter Villa. Der Wirtschaftswissenschaftler ist derzeit Geschäftsführer von Bisnode, einem führenden Anbieter von Wirtschaftsinformationen. Der gebürtige Schwede bringt den typisch skandinavischen Kommunikations­­ansatz mit zu seinem neuen Arbeitgeber. Und das heißt: Offenheit und Transparenz für Kunden und Verbraucher. Dass Villa ein echter Kommunikationsexperte ist, verdankt er seiner langjährigen Tätigkeit für die Bonnier Mediengruppe, die auch 30 Prozent der Anteile an Bisnode hält.

Neuorientierung begann bereits 2010

Bereits 2010 wurden die ersten entscheidenden Weichen für die Neuorientierung gestellt. Der äußere Anlass: eine Änderung des Datenschutzgesetzes, die im April letzten Jahres in Kraft trat. Aufgrund dieser Aktualisierung haben Verbraucher nun das Recht, ein Mal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft einzuholen, die keine negative Auswirkung auf ihren Score hat. Zwar war die Selbstauskunft bei der SCHUFA schon vor der Gesetzesänderung verfügbar und wird auch heute nicht nennenswert häufiger nachgefragt, die öffentliche Wahrnehmung hat das Gesetzt jedoch erheblich geändert.

Doch nicht nur wegen der veränderten Gesetzeslage ist den Verantwortlichen bei der SCHUFA klar, wohin die Reise gehen soll. Denn die SCHUFA versteht sich heute als guter Corporate Citizen – und wer sich als Teil der Gesellschaft versteht, muss mit den Mitbürgern in einen Dialog treten.

Dialog und Offenheit

Genau das tut die SCHUFA nun: Das Unternehmen gibt offen Auskunft darüber, welche Daten aus welchen Quellen gesammelt und wie sie verwendet werden, außerdem wer für welche Zwecke Zugang zu diesen Daten hat und wie Korrekturen vorgenommen werden können. Aber im Dialog muss nicht nur kommuniziert, sondern auch zugehört werden. Deshalb arbeitet die SCHUFA weiter daran, ihren Kundenservice in allen Bereichen zu verbessern.

Kein Vergleich zu Google oder Facebook

Natürlich dient die neue Offenheit und Transparenz nicht nur Kunden und Verbrauchern, sondern auch dem eigenen Interesse: Im direkten Vergleich zu den neuen „Datenkraken“ unserer Zeit – allen voran Google und Facebook – schwinden stetig die Vorbehalte gegen die im Vergleich doch nicht so allwissende SCHUFA. Denn im Gegensatz den genannten US-Unternehmen unterliegt die SCHUFA der deutschen Gesetzgebung, die erheblich mehr Datenschutz gewährleistet als das amerikanische Recht.

Diesen Unterschied klar zu kommunizieren, ist heute wichtiger denn je, da die Sensibilität der Verbraucher beim Thema Datenmissbrauch – oder der eigenen Interpretation dessen, was Datenmissbrauch ist – immer weiter steigt.

Auslandsbeteiligungen abgebaut

Aber nicht nur in der Kommunikation weht ein frischer Wind, auch was das Unternehmen selbst betrifft, werden wesentliche Veränderungen eingeleitet: So wurden Mitte März diesen Jahres vier Unternehmen der Creditinfo SCHUFA in Tschechien, der Slowakei und Polen an die Bisnode Gruppe verkauft. Damit bestätigten sich die Vermutungen von Branchenkennern, dass die durch den früheren Vorstands­vorsitzen­den Neumann getätigten Auslandsinvestitionen in wirtschaftlicher Hinsicht eher eine Last als ein Gewinn für die Auskunftei bedeuteten.


Neue Produkte – Auch für Privatkunden

meineSCHUFA.deAuch im Produktbereich geht die SCHUFA auf veränderte Markt­bedingun­gen ein. Das beste Beispiel: die Unternehmensauskunft. Wie der Name schon sagt, gibt der neue Service Verbrauchern die Möglichkeit, Bonitätsinformationen über Unternehmen einzuholen, um sich vor Geschäftsabschluss bereits ein Bild von deren Kreditwürdigkeit machen zu können. Neben Stammdaten und Informationen aus dem Handelsregister beinhaltet die Unternehmensauskunft Angaben über das Zahlungsverhalten der Firma und gegebenenfalls negative Zahlungserfahrungen. Alle Informationen werden so aufbereitet, dass sie – im Gegensatz zum Beispiel zum Handelsregisterauszug – auch für Laien gut verständlich sind. Ein Ampelsymbol gibt zudem Auskunft über die erwartete Zahlungsfähigkeit des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten: „Grünes Licht“ gibt die SCHUFA im Falle von positiven Prognosen. Wird eine negative Entwicklung erwartet, schaltet die Ampel um auf rot. Mit diesem Service stellt die SCHUFA zum ersten Mal „Waffengleich­heit“ zwischen Firmen- und Privatkunden her.

SCHUFA Business Line – Firmeninformationen von der SCHUFA

Ein Fokus liegt zur Zeit auf der Kommunikation des Nutzens der Angebote für Unternehmensauskünfte. Das ist besonders relevant, da die Produktpalette der SCHUFA in diesem Bereich in letzter Zeit deutlich erweitert wurde. Und auch für die nahe Zukunft sind neue Produkte in Vorbereitung.

Gerade im Bereich B-2-B sieht die SCHUFA reichlich Potential für neue Angebote. Denn das starke Privatkundengeschäft der Wiesbadener ist auch im Firmenkundengeschäft ein deutlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Auskunfteien: Die Verknüpfung von Firmeninformationen mit Informationen über Personen der ersten Führungsebene des Unternehmens kann unter Umständen ein ganz neues Licht auf die Bonitätslage werfen und den Kunden vor bösen Überraschungen bewahren.

mahnportal.net wird in den kommenden Wochen genauer über einige ausgewählte Produkte berichten und Sie weiterhin über die Entwicklungen bei der SCHUFA auf dem Laufenden halten.

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