Dagegen liegt der Durchschnitt unter den sechs ostdeutschen Bundesländern - einschließlich Berlin – 2,1 Prozentpunkte höher: bei 22,6 Prozent. Im gesamtdeutschen Durchschnitt sind 20,8 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt.
Die Frauenquoten in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander. Den höchsten Frauenanteil bei Führungspositionen hat Sachsen-Anhalt mit fast einem Viertel der hiesigen Unternehmen (23,6 Prozent), gefolgt von Thüringen (22,9 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (22,7 Prozent) sowie Sachsen und Brandenburg (jeweils 22,4 Prozent). Am schlechtesten schneiden die Bundesländer aus dem Norden (Bremen: 19,5 Prozent; Hamburg: 18,1, Prozent) und dem Süden Deutschlands (Bayern: 19,7 Prozent; Baden-Württemberg: 19,3 Prozent) ab.
Das ergab eine Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung in der aktuellen Ausgabe der Beiträge zur Wirtschaftsforschung (Nr. 15). In der Untersuchung wurden rund 4,7 Millionen Unternehmenseinheiten in Deutschland ausgewertet und das gesamte Größenspektrum der Unternehmenslandschaft abgedeckt. Dabei ist der politisch aufgeladene Begriff „Frauenquote“ wesentlich breiter gefasst worden. Die Untersuchung konzentrierte sich nicht allein auf die Frauen im Topmanagement. Vielmehr umfasste die Frauenquote den Anteil der Frauen in „Führungspositionen“: vom Vorstand (AG, eG, eV) und Geschäftsführer (GmbH und GmbH & Co. KG) über Gesellschafter (OHG, BGB-Gesellschaft) und Komplementäre (KG) bis hin zu Inhabern von Gewerbebetrieben und Einzelfirmen oder Einzelunternehmern im Rahmen der Freien Berufe. Frauen wurden also nicht nur als Managerinnen in Vorständen und Aufsichtsräten begriffen, sondern vielmehr als „Unternehmerinnen“, die sich in wirtschaftlichen Entscheidungspositionen befinden.
Aktiengesellschaften rückständig?
Die Analyse der Rechtsformen ergab, dass Männer insbe-sondere die Führungsetagen von AGs und GmbHs domi-nieren. Vorstandsposten werden nur in 7,9 Prozent der Aktiengesellschaften und in 13,8 Prozent der eingetragenen Genossenschaften von einer Frau ausgefüllt. Auch bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung und den GmbH & Co. KGs ist ein unterdurchschnittlicher Anteil Geschäfts-führerinnen festzustellen. Während dieser Prozentsatz bei GmbHs 15,3 Prozent beträgt, ist bei 13,8 Prozent der GmbH & Co. KGs eine Frau als Geschäftsführerin installiert.
Dagegen ist der Anteil weiblicher Unternehmensinhaber bei den kleinen Unternehmenseinheiten – Gewerbebetrieben und Selbstständigen – relativ hoch. So wird fast jeder vierte Gewerbebetrieb (23,5 Prozent) und fast jedes vierte Einzelunternehmen (23,1 Prozent) von einer Inhaberin geführt. Bei der Kategorie „Freie Berufe“ ist in 26,0 Prozent der Fälle eine Frau als Unternehmerin tätig.
„Knochenarbeit“ nach wie vor Männersache
Werden die Anteile der Frauen in Führungspositionen auf die Hauptwirtschaftsbereiche heruntergebrochen, so ist augenfällig, dass sich Frauen in den Führungsriegen der Bauunternehmen am wenigsten wiederfinden lassen. Hier beträgt die Frauenquote im Durchschnitt lediglich 8,1 Prozent. Auch im Verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil der Unternehmerinnen mit durchschnittlich 14,2 Prozent vergleichsweise gering. Im Handelsgewerbe sind Frauen als Unternehmenslenker weitgehend durchschnittlich repräsentiert (20,6 Prozent). Am stärksten vertreten sind weibliche Führungskräfte im Dienstleistungssektor, wo die Frauenquote bei 21,4 Prozent liegt.








